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Shuttle-Analyse, Shuttle-Psychoanalyse: Hier arbeiten, dort lernen

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shuttle_analysisEs gibt viele Länder, in denen es keine – oder nur wenige – Lehranalytiker der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPA) gibt. Das ist zum Beispiel in Osteuropa der Fall. Wer sich in diesen Ländern dennoch zum IPV-Analytiker ausbilden lassen möchte, kann während der Ausbildung eine „Shuttle-Analyse“ machen. Das bedeutet, dass der Ausbildungskandidat grundsätzlich in seiner Heimat arbeitet, aber immer wieder Psychoanalyse-Phasen bei einem Lehranalytiker in einem anderen Land einlegt. Da gibt es viele verschiedene Muster.

Problematische Trennungen

Manche Ausbildungskandidaten kommen zum Beispiel von Freitag bis Montag angereist, um an diesen vier Tagen Stunden bei ihrem Lehranalytiker zu nehmen. Andere kommen für ein paar Wochen, in denen sie intensiv Lehranalysen erhalten, um dann wieder zurück in ihre Heimat zu reisen und eine Pause zu machen. Diese verschiedenen Phasen können als sehr problematisch empfunden werden. Der Abschieds- und Trennungsschmerz, der so oft erlebt wird, ist nicht zu unterschätzen. Eine Ausbildungskandidatin beschreibt es sogar als „blanken Horror bei jeder Trennung“ (Sylvia Zwettler-Otte: Die Melodie des Abschieds: Eine psychoanalytische Studie zur Trennungsangst. Kohlhammer-Verlag 2006, S. 12).

Die Shuttle-Analyse ist etwas Eigenes

Die Shuttle-Analyse ist etwas ganz Eigenes und mit einer normalen Lehranalyse vor Ort kaum zu vergleichen. Die Autorin Anna Kasanskaja vergleicht die Begriffsentwicklung „Shuttle-Analyse“ mit dem Begriff „Borderline-Störung“. Zuerst wurde „Borderline“ als eine Grenzerkrankung zwischen Neurose und Psychose angesehen, bevor es als ein ganz eigenständiges Krankheitsbild erfasst wurde (Quelle: „Shuttle-Analyse“ Moskau-Ulm. Ein neues Ausbildungsprogramm für Osteuropa. In: Psychotherapie in Zeiten der Veränderung: Historische, kulturelle und gesellschaftliche Intergründe einer Profession. Westdeutscher Verlag, S. 288-289).

Kombination mit Skype-Analyse/Telefon-Analyse

Die Phase der „In-Room-Psychoanalyse“ bei einem Psychoanalytiker in einem anderen Land kann kombiniert werden mit einer Skype- bzw. Telefonanalyse. Die Chancen und Probleme werden in diesem Youtube-Video von verschiedenen Analytikern erläutert (Psychoanalysis Today 3. Setting, pazienti e analisti in un mondo che cambia. Società Psicoanalitica Italiana, 29.3.2015):

Links zur Shuttle-Analyse:

On the Transmission of Psychoanalysis in Eastern Europe
European Psychoanalytical Federation, 1997

IPA POLICY ON REMOTE ANALYSIS IN TRAINING


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